Der ideale muskulöse Körper, Teil 3: Kraft und Leistungsfähigkeit
Was trennt wirklich starke Bodybuilder vom Durchschnitt?
In den ersten beiden Teilen unserer aktuellen Serie haben wir die feinsten Details der idealen körperlichen Form eines Wettkampf-Bodybuilders erkundet. Wir haben gelernt, dass Kampfrichter neben der allgemeinen Größe eines Bodybuilders oft nach einer detaillierten Muskulatur und klaren Unterschieden zwischen den einzelnen Muskelgruppen suchen.
Die große Frage lautet nun: Wie erreichst du die ideale Muskulatur eines Profi-Bodybuilders? Welche Eigenschaften musst du besitzen oder entwickeln, um deinen Körper in einen “X-Frame” zu formen, der eines Mr. Olympia würdig ist?
Die Eigenschaften
1. Entwickle Energie, Ausdauer und Durchhaltevermögen
Eines der größten Hindernisse auf dem Weg zu einer beeindruckend guten Physis ist der Mangel an Energie, um Tag für Tag über mindestens ein paar Jahre schweres Krafttraining durchzuziehen. Ja, es braucht viele Jahre konsequenter Arbeit, um herausragende Ergebnisse zu erzielen.
Es wäre falsch anzunehmen, Bodybuilding sei dank Wachstumshormonen oder anabolen Steroiden leicht. Profi-Bodybuilder würden über die Vorstellung nur lachen, dass das alles ist, was du für den perfekten Körper brauchst.
Um zu verstehen, welches Ausdauerniveau du für ein formelles Training brauchst, wirf einen Blick auf ein Beispiel-Trainingssystem eines Profi-Bodybuilders:
- Training an 4 bis 6 Tagen pro Woche im Wechselrhythmus
- 1 Stunde schweres bis sehr schweres Training oder 2 Stunden leichtes bis moderates Training
- 4 bis 6 Einheiten hochintensives Herz-Kreislauf-Training von je 20 bis 30 Minuten
2. Muskelkraft und Vitalität
Es gibt keine Chance, eine formelle Trainingseinheit zu überstehen, wenn du deinen Körper nicht dazu bringst, seine natürliche Muskelkraft und Vitalität abzurufen. Du wirst zunehmend schwere Gewichte heben, ziehen, drücken und in manchen Fällen explosiv schwingen.
Wenn du dich für körperlich schwach hältst, ist Bodybuilding definitiv nicht die ideale Aktivität für dich. Nach der anfänglichen Konditionierungsphase wirst du langsam an brutalere Sätze und Wiederholungen herangeführt. Diesen schwierigen Weg sind schon unzählige leidenschaftliche Bodybuilder aus aller Welt gegangen.
Beeinflussen Gene auch die Kraft eines Menschen?
Manche Bodybuilder sind mit natürlicher Kraft und Stärke gesegnet. Diese Jungs bringen ältere Bodybuilder oft zum Staunen, weil sie Gewichte curlen, drücken oder in der Kniebeuge bewegen können, für deren Beherrschung normale Bodybuilder Jahre gebraucht haben.
Wenn du mühelos mit der Kraft der Gym-Veteranen in deiner Umgebung mithalten kannst und dich nach dem Squatten von hunderten Kilo Metall sogar gut fühlst, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du später auf deinem Weg gewaltige Muskelzuwächse erzielen wirst. Attackiere einfach weiter die Langhanteln und Kurzhanteln.
3. Wahnsinnig hoher Stoffwechsel
Sofern du keine medizinische Erkrankung hast, die direkt die Regulierung deines Stoffwechsels betrifft, sollte die Entwicklung eines wahnsinnig hohen Stoffwechsels kein Problem sein.
Du brauchst einen progressiven, gut ausgebildeten Stoffwechsel, damit du mehr Kalorien für intensive Workouts aufnehmen kannst, ohne sichtbare Fettdepots aufzubauen. Ein effizienter Stoffwechsel entwickelt sich in der Regel nach ein paar Monaten Training. Ein erfahrener Bodybuilder kann mehr als 4.000 Kalorien pro Tag zu sich nehmen und dabei eine klar definierte Muskulatur halten. Umgekehrt können Menschen mit niedrigem Stoffwechsel sichtbare Fettreserven aufbauen, selbst wenn sie nur 2.500 Kalorien am Tag essen.
Wenn du kompletter Anfänger bist, kannst du deinen Stoffwechsel verbessern, indem du die Zahl deiner Mahlzeiten erhöhst und deine Lebensmittelauswahl optimierst. Magere Fleischstücke, frisches Obst, Gemüse und komplexe Kohlenhydrate unterstützen deinen Übergang von einem niedrigen zu einem hohen Stoffwechsel.
Kombiniere hervorragende Ernährung immer mit mehr Bewegung. Dein Körper braucht konstante und sinnvolle Belastung, um seine Fähigkeit zu verbessern, überschüssige Kalorien zu verbrennen.
4. Hohe Schmerztoleranz
Zu sagen, Krafttraining sei schmerzhaft, ist eine Untertreibung. Profi-Bodybuilder, die in den Wochen vor einem großen Wettkampf hart trainieren, erleben Schmerzen jenseits deiner kühnsten Vorstellungen. Wenn du glaubst, sich versehentlich den Kopf an einer Wand zu stoßen sei schmerzhaft, wird dich professionelles Training gelinde gesagt überraschen.
Auch beim Umgang mit Schmerz gibt es keine Abkürzung. Bodybuilder entwickeln mit der Zeit ihre eigenen Wege, sich anzupassen und den Schmerz zu ertragen, der mit dem Training an schweren Gewichten einhergeht.
Jedes Trainingssystem, das seinen Namen verdient, ist schmerzhaft, denn genau so entwickelst du dich: durch Schmerz und das Überwinden deiner aktuellen körperlichen Grenzen.
Trainingsbedingter Schmerz ist nicht auf das Bodybuilding beschränkt. Hast du schon einmal professionellen Balletttänzern zugesehen? Ich versichere dir: Diese Posen und Bewegungen können erwachsene Männer zum Weinen bringen. Sei auf Schmerz vorbereitet. Nimm ihn an, als wäre er dein Bodybuilding-Geburtsrecht.