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Kalorienbedarf-Rechner für Muskelaufbau

Dein Kalorienbedarf ergibt sich aus dem Grundumsatz nach Mifflin-St. Jeor (10 × Gewicht + 6,25 × Größe − 5 × Alter + 5 für Männer, −161 für Frauen) multipliziert mit deinem Aktivitätsfaktor. Für Muskelaufbau legst du 200 bis 500 kcal obendrauf. Ein 28-jähriger Mann mit 78 kg und 180 cm, der dreimal pro Woche trainiert, landet bei rund 2.700 kcal Gesamtumsatz und 3.000 kcal Aufbau-Kalorien. Der Rechner zeigt dir zusätzlich deine Proteinmenge von 1,6 bis 2,2 g je Kilogramm.

Kalorienbedarf-Rechner

Grundumsatz nach Mifflin-St. Jeor, Gesamtumsatz über deinen Aktivitätsfaktor, Aufbau-Kalorien mit Überschuss.

Näherung
Geschlecht
Ziel: Muskelaufbau mit Kalorienüberschuss
— Grundumsatz (kcal/Tag)
— Gesamtumsatz (kcal/Tag)
— Aufbau-Kalorien (kcal/Tag)
— Protein pro Tag (1,6-2,2 g/kg)

Näherungswert nach Mifflin-St. Jeor (1990) und PAL-Faktor. Die Formel schätzt den Bedarf einer durchschnittlichen Person; bei sehr viel Muskelmasse oder sehr hohem Körperfettanteil weicht der echte Verbrauch ab. Kein Ersatz für eine ärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung.

Wie wird der Kalorienbedarf berechnet?

Die Berechnung läuft in drei Schritten. Zuerst der Grundumsatz, also die Energie, die dein Körper in völliger Ruhe für Atmung, Herzschlag, Organe und Körpertemperatur verbraucht. Der Rechner nutzt dafür die Formel von Mifflin und St. Jeor aus dem Jahr 1990:

  • Männer: Grundumsatz = 10 × Gewicht in kg + 6,25 × Größe in cm − 5 × Alter in Jahren + 5
  • Frauen: Grundumsatz = 10 × Gewicht in kg + 6,25 × Größe in cm − 5 × Alter in Jahren − 161

Im zweiten Schritt kommt der Gesamtumsatz, englisch TDEE. Dafür wird der Grundumsatz mit dem PAL-Faktor (Physical Activity Level) multipliziert, der Alltag und Training zusammenfasst: 1,2 für sitzende Menschen ohne Sport bis 1,9 für körperlich arbeitende Menschen mit täglichem Training. Wer im Büro sitzt und drei- bis viermal pro Woche Krafttraining macht, liegt bei 1,55.

Im dritten Schritt legst du den Überschuss fest. Muskeln entstehen nur, wenn dein Körper mehr Energie bekommt, als er verbraucht. Der Rechner bietet drei Stufen: +200 kcal für langsamen, sauberen Aufbau mit wenig Fettansatz, +300 kcal als Standard für die meisten Trainierenden und +500 kcal für Einsteiger, die in den ersten Monaten noch besonders schnell Muskeln aufbauen können.

Rechenbeispiel

Ein Mann, 28 Jahre, 180 cm, 78 kg, Bürojob und drei Krafteinheiten pro Woche:

  1. Grundumsatz: 10 × 78 + 6,25 × 180 − 5 × 28 + 5 = 780 + 1.125 − 140 + 5 = 1.770 kcal
  2. Gesamtumsatz: 1.770 × 1,55 = 2.744 kcal
  3. Aufbau-Kalorien mit +300: 2.744 + 300 = 3.044 kcal pro Tag
  4. Protein: 78 × 1,6 bis 78 × 2,2 = 125 bis 172 g pro Tag

Der Überschuss von 300 kcal am Tag summiert sich auf 2.100 kcal pro Woche. Rechnerisch entspricht das etwa 0,3 kg Körpergewicht pro Woche oder gut einem Kilogramm im Monat. Wie viel davon Muskel und wie viel Fett ist, hängt von Trainingsstand, Proteinzufuhr, Schlaf und Genetik ab. Wie du die passenden Nährstoffe daraus machst, rechnet der Makro-Rechner aus.

Typische Werte für den Aufbau

Die Tabelle zeigt Gesamtumsatz und Aufbau-Kalorien (+300 kcal) bei moderater Aktivität (PAL 1,55), gerechnet nach Mifflin-St. Jeor.

PersonGrundumsatzGesamtumsatzAufbau (+300)Protein (1,8 g/kg)
Mann, 22 J., 175 cm, 70 kg1.689 kcal2.618 kcal2.918 kcal126 g
Mann, 30 J., 180 cm, 80 kg1.780 kcal2.759 kcal3.059 kcal144 g
Mann, 40 J., 185 cm, 90 kg1.861 kcal2.885 kcal3.185 kcal162 g
Frau, 25 J., 165 cm, 60 kg1.345 kcal2.085 kcal2.385 kcal108 g
Frau, 35 J., 170 cm, 68 kg1.407 kcal2.180 kcal2.480 kcal122 g

Häufige Fragen

Wie viel Kalorienüberschuss brauche ich für Muskelaufbau?

Zwischen 200 und 500 kcal über dem Gesamtumsatz. Einsteiger vertragen 500 kcal, weil sie schnell Muskeln aufbauen; Fortgeschrittene fahren mit 200 bis 300 kcal besser, weil der Körper pro Woche nur wenige hundert Gramm Muskel bilden kann und der Rest als Fett landet.

Warum Mifflin-St. Jeor und nicht Harris-Benedict?

Harris-Benedict stammt von 1919 und überschätzt den Grundumsatz heutiger Menschen um rund 5 Prozent. Mifflin-St. Jeor wurde 1990 an rund 500 Personen validiert und gilt in der Ernährungsmedizin als genauere Schätzformel für gesunde Erwachsene.

Welchen PAL-Faktor soll ich wählen?

Zähle Training und Alltag zusammen. Ein Bürojob mit drei Krafteinheiten pro Woche ist moderat aktiv (1,55). Bürojob und ein bis zwei Einheiten ist leicht aktiv (1,375). Körperliche Arbeit plus tägliches Training ist extrem aktiv (1,9). Im Zweifel den niedrigeren Faktor nehmen und nach zwei Wochen am Gewicht nachjustieren.

Wie viel Protein pro Tag für Muskelaufbau?

1,6 bis 2,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Unter 1,6 g/kg verschenkst du Aufbaupotenzial, über 2,2 g/kg bringt für Muskelaufbau keinen nachweisbaren Mehrwert. Bei 80 kg sind das 128 bis 176 g am Tag.

Muss ich an trainingsfreien Tagen weniger essen?

Nicht zwingend. Der PAL-Faktor ist ein Wochenmittel, das die freien Tage schon enthält. Wer es genauer mag, isst an Trainingstagen etwa 200 kcal mehr Kohlenhydrate und an freien Tagen entsprechend weniger, hält die Wochensumme aber gleich.

Wie prüfe ich, ob der berechnete Wert stimmt?

Wiege dich zwei Wochen lang morgens nach dem Toilettengang und bilde den Wochenschnitt. Nimmst du 0,25 bis 0,5 kg pro Woche zu, passt der Überschuss. Bleibt das Gewicht stehen, erhöhe um 150 kcal; steigt es über 0,5 kg pro Woche, reduziere.

Grenzen der Berechnung

Jede Formel schätzt. Mifflin-St. Jeor trifft den echten Grundumsatz bei etwa 80 Prozent der gesunden Erwachsenen auf ±10 Prozent genau. Bei sehr muskulösen Menschen unterschätzt sie den Bedarf, weil Muskelgewebe mehr Energie verbraucht als Fettgewebe und die Formel nur das Gesamtgewicht kennt. Bei stark übergewichtigen Menschen überschätzt sie ihn aus demselben Grund. Auch Schilddrüsenfunktion, Medikamente, Schlafmangel und Stress verschieben den Verbrauch, ohne dass eine Formel das abbildet.

Behandle das Ergebnis deshalb als Startwert. Entscheidend ist die Waage über zwei bis drei Wochen: Nimmst du im Wochenschnitt 0,25 bis 0,5 kg zu, stimmt der Überschuss. Der Rechner ersetzt keine ärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung, insbesondere nicht bei Vorerkrankungen, Essstörungen, Schwangerschaft oder im Jugendalter. Wie sich die Kalorien in Training umsetzen, liest du in unserem Artikel zu Training, Pause und Regeneration.

Quellen

  • Mifflin, M. D., St. Jeor, S. T. et al. (1990): A new predictive equation for resting energy expenditure in healthy individuals. American Journal of Clinical Nutrition, 51(2), 241-247.
  • FAO/WHO/UNU (2004): Human energy requirements. Report of a Joint Expert Consultation, Rom (PAL-Faktoren).
  • Morton, R. W. et al. (2018): A systematic review, meta-analysis and meta-regression of the effect of protein supplementation on resistance training-induced gains in muscle mass and strength. British Journal of Sports Medicine, 52(6), 376-384 (Proteinbereich 1,6 g/kg und mehr).
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Energiezufuhr, Stand 2026.