Muskelaufbau-Mythen im Faktencheck, Teil 2
Was steckt wirklich hinter den gängigen Annahmen über Bodybuilding?
In unserem letzten Blogartikel haben wir drei große Bodybuilding-Mythen entlarvt.
Wir haben gelernt, dass moderne Bodybuilder nicht nur ästhetisch beeindruckend aussehen, sondern auch extrem starke Athleten sind, die sich problemlos mit klassischen Strongmen messen können, die gar nicht auf körperliche Symmetrie oder die “X-Form” der klassischen Bodybuilder hintrainieren.
Außerdem wissen wir jetzt: Muskeln können sich unmöglich in Fett verwandeln, wenn du mit dem Training aufhörst, und zwar aus dem einfachen Grund, dass Fett und Muskeln zwei völlig verschiedene Gewebearten sind. Muskeln können sich genauso wenig in Fett verwandeln wie Wasser in eine Gummiente.
Die zweite Runde Mythen im Faktencheck
Mythos 1: “Bodybuilding macht dich unproportioniert und abschreckend”
Diesen Mythos verbreiten vor allem Männer, die selbst kein Krafttraining machen, gerne in ihrem Umfeld.
Dazu können wir nur sagen: Zwischen krank und übergewichtig auf der einen Seite und definiert und schlank auf der anderen fällt die Wahl leicht.
Und was die Proportionen angeht: Das liegt komplett in deiner Hand. Du kannst gezielt auf breite Schultern und massive, ausladende Muskelpakete hinarbeiten, oder du hältst dein Training moderat, um einfach schlank und stark zu bleiben.
Auch hier müssen wir betonen: Es braucht einen sehr spezifischen Prozess, der kontinuierlich wiederholt werden muss, bevor ein Bodybuilder extreme Muskelmasse erreicht. Dieser Prozess umfasst ein striktes Supplement-Programm, regelmäßige Testosteron-Checks beim Arzt und eine Ernährung, die konsequent auf Muskelaufbau statt Muskelabbau ausgelegt ist.
Die Chance, allein mit Genetik und Ernährung extreme Masse aufzubauen, ist verschwindend gering. Es kommt vor, aber es ist ein Fall von einer Million. Für die große Mehrheit der Profi-Bodybuilder ist ein extrem niedriger Körperfettanteil bei rund 115 kg Körpergewicht das Ergebnis unermüdlicher Arbeit, Tag für Tag.
Mythos 2: “Ich will doch nicht männlich aussehen!”
Diesen Satz hören wir oft von Frauen, die Angst vor Widerstandstraining und Gewichten haben, weil sie feminin aussehen wollen. Ladies, ihr müsst keine Angst vor Krafttraining und Hanteln haben!
Solange du keine wachstumsfördernden Substanzen wie HGH (menschliches Wachstumshormon) oder synthetische männliche Hormone nimmst, wird der weibliche Körper niemals die Muskelmasse männlicher Bodybuilder erreichen.
Wenn eine Frau regelmäßig mit Gewichten trainiert, erlebt sie einen spürbaren Energieschub, gefolgt von einer deutlichen Reduktion der Fettdepots (zum Beispiel der berüchtigten “Muffin-Top”-Pölsterchen an der Hüfte).
Schlank und attraktiv zu werden ist dabei nur der “Bonus”: Unzählige Studien weltweit haben gezeigt, dass Frauen, die mit Gewichten trainieren, auch ihr Risiko für Knochenerkrankungen im Alter senken können (Osteoporose ist nur eine davon).
Mythos 3: “Du musst ständig Proteinshakes und Proteinriegel in dich reinschütten”
Auch dieser seltsame Mythos hat schon viele Menschen davon abgehalten, mit anderen Kraftsportlern zu trainieren. Proteinshakes und Proteinriegel sind bei vielen Bodybuildern beliebt, weil sie praktisch sind.
Am Ende des Tages sind diese Produkte aber nichts anderes als schnelle Proteinquellen. Es steht dir völlig frei, Getränke und Lebensmittel zu wählen, die die Nährstoffe enthalten, die du für deine Fitness- oder Bodybuilding-Ziele brauchst. Du kannst komplett auf kommerzielle Proteinprodukte verzichten, wenn du gute Alternativen hast.
Wenn es dir allerdings um Schnelligkeit und Bequemlichkeit geht, ist nichts so praktisch, wie nach dem Workout einfach einen Proteinriegel aufzureißen oder zuhause einen Schoko-Proteinshake anzurühren.
Wenn du diese Produkte kaufst, bezahlst du in Wahrheit für den Komfort, deine Zubereitungszeit auf wenige Minuten zu verkürzen (oder auf wenige Sekunden, wenn du einen Proteinriegel isst).
Mythos 4: “Du musst anabole Steroide und anderes gefährliches Zeug nehmen”
Es ist kein Geheimnis, dass moderne Profi-Bodybuilder synthetisches Testosteron und HGH (menschliches Wachstumshormon) einsetzen, um die natürliche Fähigkeit des Körpers zum Muskelaufbau zu verstärken.
Es gibt aber keine Regel und kein Gesetz, das besagt, dass du ohne Supplements, Testosteron oder HGH kein Bodybuilder sein kannst. Das ist allein deine persönliche Entscheidung. Wenn du zufrieden damit bist, wie sich deine Muskeln entwickeln, und deine Ernährung bereits top ist, kannst du deine Bemühungen als vollen Erfolg verbuchen.
Falls du darüber nachdenkst, ein Supplement zur Unterstützung deines Muskelwachstums auszuprobieren, sprich am besten zuerst mit deinem Arzt und hol dir seine Einschätzung ein. Deine Gesundheit ist extrem wichtig, und es wäre kontraproduktiv, sie zu riskieren, nur um Masse aufzubauen.